Scheiß da nix, dann feid da nix


  

Der Straßkirchner Mathias Sartor spielt den Bösen im ProSieben Blockbuster „Isenhart"

Grundsätzlich will sich der junge Schauspieler nicht einschränken, aber auf die Frage nach der Lieblingsrolle antwortet er deutlich. „Klasse wäre ein Actionfilm. Fantasy, Siencefiction, egal. Hauptsache es rockt. Ich mag körperliche Anstrengung am Set, die Stunts selber machen, wenns geht. Dabei möchte ich einen Charakter erschaffen, der in Erinnerung bleibt.“ Sein letzter großer Dreh kam dem schon erstaunlich nahe. Im Blockbuster „Isenhart“ (Pro Sieben/ORF) spielt er den Bösewicht Simon von Heintfeld und ist im Sommer zur Primetime mit Stars wie Jeanette Biedermann, Bernd Tischendorf und Michael Steinacher auf Pro Sieben zu sehen. Mit Begeisterung spricht er von den aufwendigen Kulissen, in denen schon Filme wie Hellboy und Eragon gedreht wurden. Ein Highlight: Er studierte eine komplexe Schwertkampfkoreografie mit dem Stuntteam des Kinofilms „Troja“. Im Film wird sie nicht zu sehen sein, dafür ein brutaler Showdown, der für den jungen Straßkirchner übel ausgehen wird.
Wesentlich entspannter beginnt dabei seine Schauspielkarriere. Der Traum von der großen Bühne erwacht am Jugendtheater Passau. Dem folgt eine Ausbildung an der Schauspielschule Regensburg und ein längerer Aufenthalt bei Wiener Theaterensembles. Was dann passiert hat viel mit Glück zu tun, aber auch mit Sators Kämpfermentalität. Eines Nachts liegt er wach in seiner Wiener Wohnung. Die Karriere kommt nicht ins Rollen, die Beziehung zu seiner Freundin ist schwierig. Sartor steht auf und beschließt kurzerhand, sich bei allen namhaften Schauspielagenturen zu bewerben. Drei wollten Ihn näher kennenlernen, die eine wars.
„Scheiß da nix, dann feid da nix!, das ist mein Motto. Es bringt nichts, zu jammern, die harten Zeiten muss man aussitzen und jeden Tag kämpfen. Wenn nichts kommt, muss man sich selbst was überlegen, sonst kommt man aus der Materie raus.“ Eine wichtige Einstellung in diesem Geschäft. Es gibt immer mehr Schauspielschulen und Absolventen für die gleiche Anzahl an Rollen. Schwierig ist es aber vor allem für Frauen. „Ca 90 Prozent aller Schauspielschüler/innen sind Frauen, doch gerade die alten Theaterstücke sind für Männer geschrieben. Da ist die Konkurrenz oft hart.“

Sartor glaubt fest an eine Zukunft als erfolgreicher Schauspieler. Die Filmbranche hat es ihn angetan. „Mich interessiert auch das Drumherum, Kamera, Produktion, Regie, Schnitt. Der ganze Entstehungsprozess. Man sollte auch vor der Kamera ein bisschen technisches Verständnis mitbringen.“ Apropos Verständnis – wie war es eigentlich, den niederbayerischen Dialekt zu verstecken? „Das war relativ leicht, da ich mich schnell der Sprache der Leute anpasse, mit denen ich arbeite. Es ist aber seltsam wenn man sich selbst reden hört.“ Er mag seinen Dialekt und manchmal ist er nützlich „Ich glaube mit sarkastischen und lustigen Rollen tut man sich leichter. Der niederbayerische Humor kann ja auch wirklich gschert sein und der Dialekt untersützt das gut.“