Dabei beim neuen Rosenmüller-Film


  

Erfahrungen beim Kinodreh „Der Sommer der Gaukler“

Zum Casting sind wir gekommen, weil wir den letzten Aufführungstag von den Passionsspielen in Perlesreut hatten und uns eine Zeit ohne "Bühne" nur schwer vorstellen konnten, wir hatten sozusagen vom süßen Nektar gekostet. Vorher hatten wir mit dem darstellenden Volk eigentlich nicht viel zu tun. Schon die Atmosphäre beim Castingtermin im Museumsdorf Tittling war klasse. Kaum, dass wir uns angemeldet hatten, wurden wir von PNP-Reporterin Caroline Holzschuher über unsere Beweggründe zum Casting zu gehen interviewt. Das Casting an sich ging relativ schnell, Fragebogen ausgefüllt...ehrlich das Gewicht angegeben, Kopfumfang gemessen, Hobbys beschrieben und zu guter Letzt noch zwei unspektakuläre Fotos gemacht. So dann hieß es WARTEN...bis "Hollywood" anruft. Es war natürlich nicht "Hollywood", sondern die zweite Regieassistentin, die anrief und uns mitteilte "Ihr seid dabei!" In der Folge wurden uns dann die Termine für die Kostümprobe sowie die Einsatztage mitgeteilt. In einer Unmenge von historischen Kostümen fanden die Kostümbildner-/innen auch für uns das richtige Outfit. Ungewohnt mit 3 Röcken und Holzschuhen aber ok, das war halt 1780 noch anders....wenn nur das weiße Häubchen nicht gewesen wäre..die Männer mit ihren Hüten hatten es da besser. Am 8. Oktober 2010 ging der 1. Drehtag los. Nach einer kurzen Einweisung (nein, 1780 gab es weder Handy noch Armbanduhren oder Brillen) im Aufenthaltsraum für Komparsen machten wir uns auf zum Set. Markus H. Rosenmüller begrüßte uns aufs Herzlichste und wir waren erstaunt, dass er als Regisseur ein Mensch wie "du und ich" ist. Nach seiner Erklärung, dass Komparsen eigentlich den Film erst mit Leben füllen, war die größte Nervosität vergangen und wir warteten entspannt auf das erste:"...und bitte". Warten, warten - "WARTEN" ist das Zauberwort für Komparsen. Die "drehfreie Zeit", die für Umbauten etc. benötigt wird, eignet sich hervorragend um mit den Kollegen ein wenig Smalltalk zu halten (hier haben sich wunderbare Freundschaften entwickelt) oder aber in Aller Ruhe in einem Buch Rückzug zu finden, bis es wieder heißt:"...Alle auf Anfang...uuuuuund BITTE". Die Versorgung für uns ganz, ganz vielen Komparsen (zu Spitzenzeiten waren wir über 300) war toll organisiert. Essen und Getränke gab es in Hülle und Fülle. Die eigens für uns abgestellten Komparsenbetreuer kümmerten sich liebevoll um uns und hatten neben dem Funk im Ohr immer ein offenes für unsere Anliegen. Ob ein Pflaster gebraucht wurde oder eine Naht aufgegangen war, alles wurde organisiert. Schwer lässt sich beschreiben, wie unterschiedlich die Atmosphäre am Set zum fertigen Film ist, denn auf den müssen wir ja noch ein wenig...wenngleich unglaublich gespannt....warten. Ein herzlicher Dank an Kathleen Hänisch, Ben Bischof und Christof Pilsl für diese tolle Erfahrung. Martin und Sabine Maderer